Du agierst oft im Glucken-Prinzip!
Du liebst deinen Hund über alles, und möchtest ihm alles ermöglichen. Du kannst ihm kaum etwas abschlagen. Ganz unbewusst, lässt du ihn agieren, und erfüllst ihm fast alle seine Wünsche.
Sei es, dass du unbewusst beim Gassi hinter ihm her gehst, oder dass du ihm sofort Aufgaben abnimmst, z.B. wenn es um soziale Herausforderungen geht oder er physische Aufgaben nicht sofort lösen kann.
Ganz unbewusst ist für dich klar: erst der Hund, dann ich. Mit Leidenschaft und Herzensblut erfüllst du erst die Bedürfnisse des Hundes, bevor du an deine eigenen denkst. Dein höchster Glücksmoment am Tag ist der, wenn du fühlst "Ich kann meinem Hund helfen und für ihn da sein!".
Du siehst am Tag sehr viele Möglichkeiten zur Hilfestellung und übernimmst auch ungefragt Aufgaben. Wie eine Glucke bist du hektisch bemüht, alles unter deine Fittiche zu bekommen.
Du bemerkst gar nicht, dass das oft ein "zu viel" ist, und dass du mit deiner überfürsorglichen Liebe deinen Hund etwas erdrückst. Außerdem stellst du deinen Hund mit deiner sehr liebevoll gemeinten Art auf ein "Prinzen-Podest".
Das kann fatale Auswirkungen haben.
Der Hund sieht sich auf der einen Seite als "König" in seinem Territorium. Immerhin wird ihm alles ermöglicht und gereicht (von Raum, Spielzeug, Futter, bis hin zu sehr viel Aufmerksamkeit).
Die Folge:
Dein Hund vertraut dir nicht mehr als "Rudel-Führer" und beginnt in vielen Dingen unfolgsam zu sein. Für ihn fehlen die einfachsten Strukturen in eurem täglichen Miteinander. So sieht er sich gezwungen, die Dinge selbst in die Pfote zu nehmen.
Hunde werden verbellt, egal wie sehr du dich anstrengst, das Gegenteil zu erreichen. Es passiert einfach immer wieder. Nicht bei jedem Hund, aber du hast einfach kaum noch Einflussmöglichkeiten.
In ganz intensiven und fortgeschrittenen Fällen will dein Hund auch dich maßregeln und korrigieren. Dann werden Aggressionen auch mal gegen den eigenen Halter gerichtet.
Auf der anderen Seite wird dein Hund immer unsicherer. Du denkst vielleicht er hätte eine super Bindung zu dir, weil er dir auf Schritt und Tritt folgt, und dich ständig ansieht. Jedoch ist im Glucken-Prinzip genau das Gegenteil der Fall:
Dein Hund ist durch Überfürsorglichkeit stark verunsichert und unselbständig geworden. Er benötigt ständig Rückversicherung von dir. Vor allem will er sich auch über deine Stimmung rückversichern, denn die kippt hin und wieder recht schnell.
Du hast oft ein schlechtes Gewissen gegenüber deinem Hund. Dir ist sehr wichtig, seine Gefühle nicht zu verletzen. Also möchtest du dich noch mehr um deinen Hund kümmern.
Ein Teufelskreis nimmt seinen Lauf.
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