Der riesen Unterschied zwischen Hörzeichen und Kommando, und warum eines davon völliger Quatsch für Hunde ist.--
Ein Kommando ist im militärischen Sinne eine Führungseinheit, die für die Durchführung von Operationen verantwortlich ist. Ein Kommando ist somit die Organisation oder die Instanz (z.B. Truppenkommando, Divisionkommando, Oberkommando) , die den Befehlsempfängern (Soldaten) bestimmte Aufgaben zuweist und die Ausführung überwacht.
Ein Befehl im militärischen Kontext ist eine Anweisung, die von einem Vorgesetzten an einen Untergebenen erteilt wird. Befehlsempfänger sind verpflichtet, diesen Befehl auszuführen. Ein Befehl ist verbindlich und wird nicht hinterfragt. Er bildet die Grundlage für die militärische Disziplin und die Zusammenarbeit in einer hierarchischen Struktur. Ein Befehl ist also eine direkte Anweisung mit einer klaren Erwartung der Ausführung.
Und genau hierin liegt das Missverständnis in Bezug auf den Hund.
Ein Hund ist NICHT verpflichtet, einen ?Befehl? auszuführen. Auch wenn manche Menschen das gerne so hätten.
Was passiert denn bei Befehlsverweigerung? Soll der Hund dann ein disziplinarisches Verfahren erhalten? Mit der Konsequenz der Haftstrafe, unehrenhaften Entlassung oder gar mit Todesstrafe?
Das macht alles wenig Sinn in unserer Kultur.
Darum ist es aus unserer Sicht auch Quatsch, im hundlichen Kontext von ?Befehl? oder ?Kommando? zu sprechen.
Weil wir als Hundehalter gar nicht die innere Haltung haben sollten, dass der Hund einen Befehl annehmen und ausführen müsste! Denn das führt ausschließlich zu Missverständnissen, Frust und unnötigen Konflikten, die hundelogisch nicht nachvollziehbar sind und auf reiner Menschen-Logik basieren!
Ein Hörzeichen ist ein verbales Zeichen an den Hund, das ein gewisses Maß an vorherigem Training benötig.
Das Ziel: Dass der Hund auf das einmal gesprochene Hörzeichen adäquates erlerntes Verhalten ausführt. (Unterschied zum Befehl folgt im Weiteren).
Voraussetzung:
So wird ein Hörzeichen hundelogisch. Doch diese Kriterien sind für die meisten Hunde nicht erfüllt.
Hörzeichen sind keine Befehle!
Während ein Befehl auszuführen ist, no matter what, kann sich der Hund bei JEDEM EINZELNEN Hörzeichen erneut überlegen, ob er es ausführen möchte oder nicht!
Diese innere Haltung ist als Hundehalter extrem wichtig einzunehmen. Warum? Weil es keine Erwartungshaltung auf Erfüllung erzeugt. Ergo auch keine Basis dafür erschafft, dass der Hundehalter das ?Fehlverhalten? des Hundes persönlich nehmen kann und wütend reagiert (was leider sehr oft der Fall ist ? und absolut hunde-UN-logisch ist).
Soll der Hund also nicht auf das einmal gesprochene Hörzeichen adäquat reagieren? Doch!
Doch der Hund kann JEDES MAL SELBST entscheiden!
Wir wollen dieses ?Überlegen? haben!
Denn der Hund soll jedes mal wie Wahl intrinsisch treffen, dass eine Kooperation mit uns das Angenehmste und Sinnvollste für ihn ist!
Wir können einen Hund NICHT unter Vertrag nehmen! Entweder der Hund WILL grundsätzlich mit uns zusammen interagieren, oder er sperrt sich.
Der Hund ist neben dem Menschen der größte Egoist auf Erden. Alles, was er intrinsisch entscheidet, macht er freiwillig und ohne Widerstand.
Freiwilligkeit bedeutet Freiheit.
Freiwilligkeit ist die Basis dafür, etwas mit Hingabe machen zu können.

Wir erreichen wir das?
Die Kommunikation hat äußerst exakt und eindeutig zu sein.
Hierin liegen sehr viele Fehlerquellen begründet, die im Alltag bei Hundehaltern immer wieder zu sehen sind.
Das Resultat: Der Hund meidet in gewissen Situationen, wird unsicher im Alltag oder reagiert sogar aggressiv.
Ergo: Der Hund entwickelt in stressigen Situationen ein eigenständiges Verhalten, weil er keinen Sinn in einer Kooperation entdecken kann.
Viele Leute sagen:
?Du sagst, dass der Hund eine Wahl hat, das Hörzeichen anzunehmen oder nicht ? Aber wenn ein Donnerwetter aufkommt, wenn er es nicht annimmt, dann muss er es ja letztendlich doch annehmen, und machen, was du gesagt hast!?.
Nein. Muss er nicht. Es ist seine eigene Wahl. Er kann auch Donnerwetter wählen und testen, wer mental stärker ist.
Natürlich werde ich nicht nachgeben und die Situation so aufbauen, dass der Hund letztendlich das von mir erwünschte Verhalten zeigt. Aber weil ER die Entscheidung dazu trifft. Nicht, weil ich einen Befehl erteilte und er es ausführen muss.
Ich HELFE dem Hund dabei, das erwünschte Verhalten zeigen zu können, ohne als Bittsteller aufzutreten (das wäre eine Opfer-Haltung, die der Hund nicht tolerieren würde).
Nicht das WAS ist hier entscheidend, sondern das WIE!
Sowohl die innere Haltung des Hundeführers, als auch die innere Haltung des HUNDES ist hier der Schlüssel zum Erfolg!
Um es noch einmal ganz, ganz deutlich zu machen, damit es keine Missverständnisse gibt: Das Donnerwetter hat nicht nur aufzuziehen, und damit vorhersehbar (und durch den Hund abwendbar) zu sein, sondern es hat zu 100% in Stärke und Ausmaß ANGEMESSEN zu sein!
Wer entscheidet, was angemessen ist? Ganz einfach: Der HUND!
Warum, wieso, weshalb, werde ich nicht in diesem Beitrag erläutern. Das ist ein eigenständiges Thema für einen eigenen Beitrag.
Jedoch ist das etwas, was bei sehr vielen Hundehaltern schief läuft! Sie korrigieren und maßregeln in Stärke und Ausmaß nicht hundelogisch, sondern nach ihrer Eigenbefindlichkeit. Sie nehmen Verhalten persönlich, weil sie sich sagen ?Der weiß doch, was er zu tun hat? und maßregeln dementsprechend nach ihrer emotionalen Lage.
Wer zielgerichtete Donnerwetter aufziehen lässt und abziehen lässt, die in Stärke und Ausmaß angemessen sind, wird feststellen, dass der Hund je nach Temperamentstyp und genetischer Veranlagung recht bald in eine große Kooperationsbereitschaft wechselt.
Denn er wählt gerne den Sonnenschein!
Wer hier beim ?Wettermachen? ?lückenhaft? agiert, wird feststellen, dass sein Hund trotz täglichem Training keinen großen Unterschied in der Kooperationsbereitschaft zeigt.
ACHTUNG
Zwar ist wie beschrieben die Qualität des Donnerwetters entscheidend.
Doch von ebenso großer, wenn nicht noch viel größerer Bedeutung ist der Sonnenschein (also das Lob!)
Warum? Ich kann dem Hund das ?Fehlverhalten? so unangenehm machen wie ich will ? wenn sich das erwünschte Verhalten nicht lohnt, wird der Hund es trotzdem NICHT zeigen!
Darum funktioniert der Spruch ?Keine Strafe ist schon Lob genug!? in der Realität eben NICHT!
Doch leider agieren so viele Hundehalter nach genau diesem Muster! Und übrigens: Futter ist kein Lob! Es KANN ein Jackpot sein bei richtiger Darbietungsweise (sprich uns an, wenn dich dieses Thema interessiert ? auch hier gibt es in unseren Kursen detaillierte Infos). Bei den meisten Hunden ist es allerdings nur etwas, um den Bauch zu füllen, und den Hund anzufüttern, aber nichts, was mit wirklichem Lob zu tun hat.
Wenn man Hundehalter auf das nicht geäußerte Lob anspricht, reagieren sie so ? und das ist unsere Antwort:
Nutze Hörzeichen statt Befehle.
Lass den Hund wählen.
Gestalte Fehlverhalten unangenehm (in Stärke und Ausmaß angemessen).
Gestalte erwünschtes Verhalten sehr angenehm.
Gestalte deine Beziehung zum Hund sehr angenehm (Liebe ist nicht ausreichend).
Und genau das ist die Voraussetzung für die Arbeit mit Hörzeichen:
Die BEZIEHUNGs-Lage!
Beides ist die Grundlage dafür, dass ein EMOTIONALER Umgang mit dem Hund überhaupt fruchten kann.
Die Beziehung zu dir ist also die Grundlage dafür, ob deinem Hund es wichtig ist, welche Emotionen du ihm entgegen bringst.
Erst, wenn es ihm wichtig ist, dass er MIT dir strahlt, werden Korrekturen und Maßregelungen wirklich unangenehm für den Hund (ohne, dass du körperlich werden musst!) und Lob wirklich angenehm für ihn.
Doch dafür wiederum ist eine andere Voraussetzung wichtig:
Dass DU, als Mensch, als Hundehalter, deine erlernte emotionale Null-Linie verlässt!
Trau dich doch mal wieder glücklich zu sein! Zu lachen, Spaß zu haben. JA! MIT dem Hund IN der Öffentlichkeit SPASS zu haben! Zu spielen, ihn ausgiebig zu loben! Glücklich zu INTERAGIEREN!
Wir stellen immer wieder fest, dass das für Leute, die Probleme mit ihrem Hund haben, eine ganz schwierige Sache ist, emotional aus sich heraus zu kommen.
Doch das ist der schnellste Weg, um
Denn auch Beziehung ist eine Sache der Konditionierung! Auf was hast du deine Beziehung konditioniert?
Auf unangenehme Gefühle? Auf angenehme Gefühle? Auf eine sehr geringe emotionale Lage?
Wir achten schon im Welpenalter darauf, dass unsere Beziehung und Interaktion mit dem Hund hochschwingend ist. So konditionieren wir uns selbst und unsere Beziehung auf GLÜCKSGEFÜHLE. Egal ob drinnen oder draußen.
Hörzeichen sind in erster Linie reiner Konditionierungs-Fleiß!
Welche Emotionen verknüpft dein Hund damit? Gar keine? Negative? Positive? Die Aussicht auf Futter ist in den meisten Fällen keine Konditionierung auf positive Emotionen. Kann es sein. Ist es in den meisten Fällen allerdings nicht.
Befehle lösen negative Gefühle aus. Weil sie aufgedrückt sind und daher widerwillig ausgeführt werden.
Hörzeichen lösen positive Gefühle aus, weil damit das gute Sonnenschein-Gefühl eines herzlichen Lobes verknüpft wird.
Abseits von Hörzeichen noch dieser Impuls:
Hunde wollen Quality-Time. Quality-Time ist JEDE Zeit, die INTENSIV ist für den Hund!
Hunde wollen INTENSIVE EMOTIONEN spüren und leben!
Also was wählen sie wohl, wenn sie die höchste Intensität der Kommunikation dann vom Hundehalter erreichen, wenn sie ?Fehlverhalten? zeigen?
Stelle dir diese Frage: Was ist für dich intensiver?
Oder deine tägliche Freude?
Lass deine Lebens-Freude alles andere überwiegen.
Wenn dir das schwer fällt, unterstütze ich dich gerne energetisch.
Hinterlass mir dazu einfach eine Nachricht (info[at]leitmensch.de).
Wenn du Unterstützung im Aufbau von Hörzeichen und der Umsetzung von verbaler, nonverbaler und emotionaler Ansprache benötigst, unterstützen wir dich auch gerne dabei.
Buche dir dazu ein kostenloses Leitmensch-Analyse-Gespräch. Dort können wir schauen, wo die "Knackpunkte" für dich versteckt sind.
In Liebe Corinna
